SRG - von Sentha zu Sentha

Im Zeitraum 1997 bis 2003 wurde federführend durch den Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Produktergonomie der TU Berlin und fachübergreifend zwischen mehreren Hochschulen die Forschungsaufgabe SENTHA (Seniorengerechte Technik im häuslichen Alltag) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bearbeitet. Von Anfang an waren bei dieser Aufgabe auch Senioren beteiligt; zunächst aber "nur" als Forschungsobjekt für Befragungen und Analysen sowie in einem Beirat zur Beratung der Projektverantwortlichen.

Versuchsreihen im Jahre 2001, die sich mit Entwicklungen für ein seniorengerechtes Mobiltelefon, von Haushalts- und Medizingeräten befassten, brachten die Wende. Die Beteiligten hatten dabei so viel Spaß, dass viele wieder kommen, weiter machen und vor allem aktiv mitgestalten wollten.

Aus diesen Untersuchungen entstand die Senior Research Group (SRG). Sie wurde im Herbst 2001 auf Initiative von Prof. Dr. med. habil. Wolfgang Friesdorf vom Lehrstuhl für Arbeitswissenschaft und Produktergonomie gegründet. Hier waren die Senioren nicht nur Versuchsobjekt, sondern nahmen aktiv an der Entwicklung teil. Es wurden Aufgaben mit Betrieben, Forschungsinstituten und Studenten gelöst.

Seit dem 1. April 2011 wurde die SRG vom Zentrum für Technik und Gesellschaft an der TU Berlin (ZTG) betreut. Dadurch verlagern sich die Aktivitäten mehr auf die Mitarbeit an Forschungsprojekten .

Aus der eigenen Erfahrung im Umgang mit moderner Technik, den Bedürfnissen älterer Menschen und den Herausforderungen des täglichen Lebens stellen sich die Ansprüche an Technik oft anders dar, als aus der Perspektive des entwickelnden Ingenieurs oder des Marketingspezialisten.

2016 ist ein Teil der SRG dem Verein sentha e.V. beigetreten und hat einen Ausschuss im Verein gebildet. Die SRG als Ganzes arbeitet weiter mit dem Zentrum für Technik und Gesellschaft an der TU Berlin (ZTG) eng zusammen.

Natürlich können und wollen die ca. 15 Senioren, die den Kern der Senior Research Group bilden, die Spezialisten in den Unternehmen nicht ersetzen. Sie können aber wichtige Einblicke in die Lebens- und Erfahrungswelt älterer Menschen vermitteln, die jüngeren Menschen einfach nicht zugänglich sind. Die Senioren wollen keine speziellen Seniorenprodukte; sondern es geht darum, die Bedürfnisse älterer Menschen in die Konzeption gängiger Alltagsgeräte mit einfließen zu lassen. Es zeigt sich, dass dazu die Einschränkungen des Alterns (z.B. beim Sehen und Hören) oft weniger bedeutsam sind, als die Berücksichtigung von Funktionswünschen und die Sicherheit der Gerätebenutzung.